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Montag, 2. März 2015

Sonntag und Regenwetter. Und dafür soll ich dankbar sein?

Sonntag. Regen- und Graupelwetter. Immer wieder Regenschauer, versetzt mit Schnee. Ideales Wetter, um einen Tag kuschelig und gemütlich zu Hause zu bleiben. Gute Musik auflegen, auf der Couch sitzen und vielleicht zwischendurch etwas anregendes Lesen. Hört sich gut an, oder?


Gestern war genauso ein Sonntag. Und ich hätte Lust dazu gehabt, obiges Sonntagsprogramm anlaufen zu lassen. Doch es sollte anders kommen.

Quelle: Pixabay, Skatti

Bäh – ich will bei diesem Wetter nicht raus

Ich war für diesen Nachmittag angemeldet bei einer halbtägigen, geführten Wanderung. „Oh nein“ war mein erster Gedanke, „jetzt war es doch diese Woche immer wieder mal so schön sonnig, warum ausgerechnet heute nicht?“ 

Spüre die leise Hoffnung in mir, dass er vielleicht noch kommt, der Anruf, der die ganze Sache absagt. In diesem Moment war ich weit davon entfernt, einfach die Gegebenheiten anzunehmen, so wie sie sich bieten.

Die Zeit verging, meine Hoffnung schwand – kein Anruf kam. Offensichtlich wollte die Organisatorin die Wanderung wie geplant durchziehen. 

So ein wenig trockener wurde es draußen und die Vorhersage hörte sich einigermaßen freundlich an. Also auf geht’s, den „inneren Schweinehund“ auf leise stellen, Tee kochen, Brot schmieren, wetterfeste Kleidung raussuchen und Abmarsch.

Meditative Wanderung trotz Regen

Auf dem Programm stand eine meditative Wanderung als Einladung, mal innezuhalten, dankbar zurückzuschauen und hoffnungsvoll nach vorne zu blicken. 

Häufig macht man dieses ja beim Jahreswechsel oder an den Geburtstagen. Gestern war Frühlingsanfang. Für mich ist dies auch immer ein Datum, an dem irgendwie das Jahr in der Natur neu beginnt. Die Winterruhe neigt sich dem Ende entgegen. Aufbruchsstimmung. Ein durchaus passender Tag für dankbare Rückschau und innere Öffnung für das Neue.

9 Frauen (von ursprünglich 14 angemeldeten) haben sich tatsächlich am Startpunkt eingefunden. Mit einer kurzen Runde, wie es jeder gerade so geht, begann es und siehe da, ich war nicht alleine mit meiner leisen Hoffnung, doch nicht raus zu müssen in das nasskalte windige Wetter. Auf einmal fühlt man sich zusammengehörig und ein wenig stolz waren wir dann schon alle auf uns, dass wir trotzdem hier waren.


Annahme von dem was ist?

Nach einem einleitenden Textimpuls ging‘s los, begleitet von einem kräftigen Regenschauer und einigen Windböen. 

Gleich zu Beginn eine wunderbare Übung für mich, um aus dem Widerstand zu gehen. Wie fühlt es sich an, wenn ich jetzt innerlich „stänkere“ weil ich den Wind ungemütlich finde und mir Sonne lieber wäre wie Regen? Fühlt sich gar nicht gut an. Da ist gar keine Freude zu spüren.

Aber ich kann ja lenken, wie ich mich fühle. Habe die Macht, meine Gedanken zu stoppen. Und aus dem Widerstand rauszugehen. Raus aus dem Widerstand, rein in die Annahme.

Ja, es regnet gerade, doch ich habe mich gut eingepackt und bleibe trocken. Und ich bin froh in einem Land zu leben, in dem es häufig regnet. Wasserknappheit kennen wir nicht. Dankbarkeit, denn ohne Regen wäre dies anders. Und auch der Wind ist einfach da. Ohne ihn gäbe es die Regenwolken nicht. 

Da muss ich halt das Tuch um den Hals ein wenig enger legen, den Reißverschluss der Regenjacken bis ganz oben gut zuziehen, Mütze aufsetzen und die Kapuze auch noch drüber. Perfekt.

In die Stille kommen und dankbar zurück blicken

Die erste Wegstrecke wird munter geplaudert bis zum ersten Stopp. Dann werden wir aufgefordert, das nächste Stück schweigend weiter zu gehen und in Gedanken das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Darauf achtend, was alles war für was ich dankbar sein kann. Und auch auf die Dinge zu achten, die sich zeigen und für die ich erst gar nicht wirklich Dankbarkeit empfinden kann.

Na, das wird eine leichte Übung dachte ich, denn mit dem Thema Dankbarkeit habe ich mit schon oft beschäftigt. Kürzlich hatte ich erst einen Blogartikel dazu geschrieben.

Dennoch war ich wirklich sehr überrascht, was in mir passierte. Insgesamt empfand ich 2014 als sehr herausfordernd, weil ich mich intensiv immer wieder mit dem Thema „Loslassen“ auseinander setzen musste. 

Dennoch war es ganz schön viel, was sich unterm Gehen zeigte, für was ich von Herzen dankbar bin. Das war ein ganz eigenes Erleben. In der Gruppe schweigend gehen, den Wind im Gesicht spürend, der fast etwas reinigendes hatte, und einfach alles hochkommen lassen, was sich zeigen möchte. Spannend.

Tanzen – einfach so im Wald?

Dann gab es wieder einen Stopp. Und wir machten einen Kreistanz. Im Vorfeld war ich doch sehr skeptisch, ob ich das wirklich will, so mitten in der Natur tanzen. Wo doch jederzeit jemand vorbeikommen und mich sehen kann! 

Doch in der Gruppe, in dieser schönen Stimmung, war es gar keine Frage mehr, es war eine Selbstverständlichkeit und eine richtig schöne Erfahrung. 

Es war so ein stimmiger Abschluss des schweigenden Gehens und das Gefühl der Dankbarkeit hat sich in diesem Tanz tatsächlich für mich ausgedrückt.
Dann folgte wieder ein Wegstück im Austausch, unterbrochen von einer kurzen Pause, in der wir uns stärkten und noch einmal tanzten.

Visionen

Ja und dann bekamen wir wieder einen Impuls und es begann der nächste Abschnitt des Weges, den wir schweigend zurücklegten. 

Diesmal ging es darum, sich zu öffnen für das, was vielleicht auf uns wartet, was in uns steckt und sich entfalten möchte. Um Visionen, Hoffnungen und Vertrauen. 

Und mit jedem Schritt hatte ich das Gefühl, dass ich immer weiter, immer offener werde. Ein inneres JA war spürbar. Freude und Frieden.
Mittlerweile war es trocken geworden, der Wind hatte deutlich nachgelassen. 

Das war für mich irgendwie wie eine äußere Choreographie. Am Ende dieses Schweigestücks kam tatsächlich - ganz zögerlich – immer wieder mal die Sonne durch.

Die letzten Meter zu unserem Ziel legten wir wieder im Austausch zurück. Auch die Art, wie sich unterhalten wurde, war total stimmig. Nicht laut, trotzdem war es ganz leicht und fröhlich. Sehr angenehm.

Das Ziel ist erreicht

Unser Ziel lag auf einem kleinen Hügel, mit einem schönen Blick übers Land. Wir haben uns dort oben versammelt für eine Schlussrunde und zwei abschließende Tänze. 

Gerade als wir mit der Schlussrunde beginnen wollten, kam die untergehende Sonne noch einmal zum Vorschein und tauchte alles für einen Moment in goldenes Licht. Es war so unglaublich schön.

Kannst du dir vorstellen, wie glücklich ich in diesem Moment war, dass ich losgegangen war? Was hätte ich versäumt, wenn ich auf der Couch geblieben wäre. Diese untergehende Sonne war ein richtiges Abschlussgeschenk.

In mir war eine ganz tiefe Zufriedenheit und Freude. Dankbarkeit. Es war ein rundum gelungener Nachmittag. Und so wie mir ging es interessanterweise auch den anderen Frauen. Alle fühlten sich wohl und reich beschenkt.

Ich fand die Abfolge des Wetters während unserer meditativen Wanderung unglaublich. Die Rückschau, die auch etwas Reinigendes hat, begleitet von Regen und Wind. Die Visionsphase und Öffnung mit Nachlassen des Windes und aufreißender Wolkendecke und das Beschenken mit dem goldenen Farbenspiel der Sonne als Abschluss.

Einladung zum Austausch

Hast du auch schon so Tage gehabt, an denen du am liebsten gar nicht erst losgegangen wärst und am Ende warst du richtig froh, dass du es doch getan hast? Lässt du mich daran teilhaben? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Dankbarkeit und die Sehnsucht nach der Sonne.



Sehnsucht

Kennst du die Sehnsucht nach der Sonne? Und das wunderbare Gefühl der Dankbarkeit, wenn du sie dann endlich wieder im Gesicht spürst? Ich durfte gestern tief in dieses Gefühl eintauchen und möchte dir heute einfach von diesem wunderschönen Tag erzählen.


 

Hochnebel


Hochnebel. Nebel, der gefriert und an den Ästen sitzt, die Bäume wie verzaubert wirken lässt. Die Auwälder sind in diffuses Licht getaucht. Eine ganz eigene Stimmung. Hat durchaus Charme. 
 
Quelle: Pixabay
                                                                     



Dennoch, mit der Zeit wird es mir einfach zu viel. Heute ist schon der siebte Tag am Stück, an dem meine Heimatstadt Freising in Nebel gehüllt ist. Ich habe Sehnsucht nach Sonne. Nur das Wissen, dass sie da ist, auch wenn Nebelschwaden sie verstecken, reicht mir jetzt halt doch nicht mehr. Die Sehnsucht, sie zu spüren, ist riesengroß. 


 

Versprechen von Sonne


Einer lieben Freundin, die hier wohnt, habe ich am Vorabend von meiner Sehnsucht erzählt und in der Früh kam von ihr eine Sprachnachricht „Sonne ist da. Herrlichstes Wetter“. Ein Glück, dass ich heute frei habe. So kurzfristig findet sich eh niemand, der mich begleitet, also gönne ich mir einen Tag nur für mich. Rein ins Auto und los geht es an den schönen Ammersee. 


Jetzt sitze ich hier an seinem Ufer, in Riederau, an der Schiffsanlegestelle. Die Sonne scheint mir direkt ins Gesicht, das Wasser schwappt in ruhigen, gleichmäßigen Bewegungen ans Ufer. Schwappt hin und her. Leises Grummeln.

Möwen kreischen. Und ich bin raus aus dem Nebel. Endlich spüre ich die Sonne wieder in meinem Gesicht. Dankbarkeit.


 

Traumwetter – und keiner ist da, es zu genießen


Trotz des Traumwetters bin ich hier quasi allein. Es ist Dienstagvormittag - wäre heute Sonntag, wäre hier wohl richtig viel Betrieb. Vielleicht auch an einem anderen Dienstag, der nicht ausgerechnet Faschingsdienstag ist. Aber so sitze ich alleine auf einer Parkbank. 15 weitere Bänke stehen in unmittelbarer Umgebung und warten auf Besucher. 


Wie tut das gut. Ich habe mir eine Decke als Sitzunterlage mitgenommen und bin wunderbar warm eingepackt. Da kann mir die leichte Brise, die immer wieder vom See her weht, gar nichts anhaben. Sonne tanken. Herrlich. 


 

Dankbarkeit


Ich bin voll und ganz mit Dankbarkeit erfüllt für diesen Moment. Einfach hier sitzen zu können. Die Augen schließen, den Geräuschen der Wellen zuhören, den Atem fließen lassen.


Mit jedem Ausatmen alle Gedanken ziehen lassen. Mehr und mehr. Einfach nur fühlen und lauschen. Es wird immer stiller in mir. All die Gedanken kommen zur Ruhe, das innerliche Ringen um eine Entscheidung, das mich die letzten Tage begleitet, lässt nach und verschwindet ganz. 


Dankbarkeit erfüllt mich. Dankbarkeit dafür, einfach hier sitzen zu dürfen.

Atmen und Energie tanken.

 

Vertikales Atmen


Von ganz alleine stellt sich das vertikale Atmen ein. Ich nehme die Verbindung mit der Erde wahr. Spüre, wie ich von ihr getragen werde, spüre ihre stärkende Energie. Und aus diesem Gefühl der Verankerung und Verbundenheit heraus öffne ich mich auch den Energien des Universums. Es fühlt sich so gut an, die Energieströme zu spüren. 


 

Die Rose von Jericho


Kennst du die Rose von Jericho? Eine Pflanze, die sich zu einer Kugel zusammenzieht, wenn sie abstirbt. Sobald sie mit Wasser in Berührung kommt, entfaltet sie sich wieder, um ihre Samen abzugeben, wird ganz dunkeloliv und ist hübsch anzusehen. 


So ungefähr fühlt sich, während ich hier sitze, mein energetisches Herz an. Es ist wie eine kleine, feste Kugel, die sich langsam öffnet. Wie die Rose von Jericho, wenn diese ein Blatt nach dem anderen entrollt und sich öffnet. 


Mir ist es so, als würden sich in meinem Herzensraum die Energien von Himmel und Erde miteinander verbinden und über das geöffnete Herz nach außen strömen. 


 

Innerer Frieden und Dankbarkeit


Ich spüre einen tiefen inneren Frieden. Für den Moment ist nichts mehr weiter wichtig.


Einfach nur sein. 


Hier sitzen, die Sonne spüren, die Energien fließen lassen. Was für ein Geschenk. Ich fühle mich gesegnet.



 

Funkelnde Diamanten

Als ich die Augen nach einer ganzen Weile wieder öffne, sehe ich den See vor mir liegen, funkelnd und glitzernd im Sonnenlicht. 


Quelle: Pixabay          
Dies ist ein Bild vom Chiemsee. Das Alpenpanorama hatte ich heute am Ammersee nicht. Aber das Funkel des Wassers. Und die Ausstrahlung ist sehr ähnlich dem, wie ich den Ammersee erlebt habe. War ohne Kamera unterwegs.
In der Ferne das andere Ufer, eine hügelige bewaldete Landschaft durchsetzt von weißen Schneefeldern. Am Horizont fallen die Hügel sanft ab, dort wo das Mündungsgebiet der Ammer liegt. Der ganze See wirkt so friedlich.



 

Abschied


Voll Dankbarkeit, dass ich hier an diesem schönen Platz zwei ungestörte Stunden verbringen durfte, nehme ich Abschied. Jetzt freue ich mich auf einen ausgedehnten Spaziergang. 


Was für ein herrlicher Tag.



 

Nachlese:

Das Bild der Rose von Jericho kam mir heute während ich dort saß, nun hier, zu Hause vor dem Computer, wollte ich doch noch einmal nachschlagen, was es damit auf sich hat. Und fand ganz interessant, was in Wikepedia u. a. dazu steht:



Die Rose von Jericho wurde aus den Kreuzzügen und von späteren Pilgern nach Europa gebracht. In den Legenden über die Flucht von Joseph und Maria nach Ägypten (nach der Geburt Jesu, um dem Kindermord des Herodes zu entgehen) wird erwähnt, dass die Jungfrau Maria diese Pflanze auf der Flucht gesegnet haben soll und diese "Rose von Jericho" entlang ihrem beschrittenem Wege wuchs. So erstaunt es auch nicht, dass die Pflanze in Ägypten "Kaff Maryam" (Handballen der Maria) und in Algerien "Id Fatma Bint el Nabi" (Hand der Fatma, Tochter des Propheten) genannt wird.
Beduinenfrauen weichen die Pflanze ein und verwenden den Sud, um Krankheiten zu heilen.
Bei deutschen Bauernfamilien wird die Rose von Generation zu Generation weitergereicht, um Glück und Segen zu übergeben.
Hebammen wässern diese Pflanze, sobald die Wehen einsetzen. Ein alter Glaube besagt, dass dies die Geburt erleichtern soll und nach dem Erblühen das Kind geboren wird. Nach der Geburt wird die Rose dem Kind geschenkt.


 

 

FAZIT


Nach diesem schönen Aufenthalt am See und einem wohltuenden Spaziergang bin ich noch in einem sehr kleinen, ganz ungewöhnlichen Kaffeehaus gelandet. Und dort mit einer interessanten Frau ins Gespräch gekommen. Ich fühle mich heute reich beschenkt vom Leben. Es tat mir richtig gut, mich ohne konkreten Plan treiben zu lassen, mal eine Auszeit zu nehmen für ein paar Stunden. Die Sonne zu spüren – im Gesicht und im Herzen.



 

Einladung zum Austausch


Was hast du für Erfahrungen? Was tut dir so richtig gut? Schreib doch davon im Kommentar und lass mich daran teilhaben! DANKE!

Montag, 9. Februar 2015

Dankbarkeit – ein unglaublich starkes Gefühl. Warum es sich lohnt, es zu intensivieren.



Dankbarkeit ist in meinem Leben allgegenwärtig. 

Es gibt so unendlich vieles, was mich dankbar macht, wenn es mir bewusst wird oder ich es mir bewusst mache.


Zum Beispiel bin ich dankbar dafür, dass ich genau jetzt lebe, hier, an diesem Ort, auf meine Weise. Dankbar für meine Familie, dankbar für meine Gesundheit. Dankbar, dass ich genug zu essen und zu trinken habe. Dankbar, in einem Land zu leben, in dem ich meine Meinung frei äußern darf. Ich habe ein Dach über dem Kopf. Lebe in relativer Sicherheit, musste noch nie an eigenem Leib erfahren, was Krieg anrichtet. Kenne Gewalt nur aus den Nachrichten. Ich bin dankbar für die Menschen, die meinen Weg begleiten. Dankbar für die Menschen, die mich immer wieder herausfordern, mich anspornen, mich weiter zu entwickeln. Und ich bin dankbar für die finanzielle Freiheit und die Unbeschwertheit, in der ich leben darf. Diese Liste lässt sich noch erheblich verlängern.


 Quelle: Pixabay stux


Momente, in denen ich die Dankbarkeit nicht fühlen kann.

Es gibt aber trotzdem immer wieder Momente, da habe ich all dies nicht gegenwärtig. Da bin ich auf einmal unzufrieden. Irgendetwas passt nicht. Ich fange an, mir zu wünschen, dass dieses oder jenes doch anders sein sollte. Ärgere mich vielleicht darüber, dass ich nicht mehrmals im Jahr in Urlaub fahren kann oder dass irgendein körperliches Zirperlein mich einschränkt. Oder ich mache mir Sorgen über irgendetwas, was vielleicht geschehen könnte. Manchmal geht das ganz schnell. Es reicht unter Umständen schon ein Gespräch mit jemanden, der gerade am Schimpfen ist. Oder jemand erzählt freudestrahlend, was er alles so tut. Wie toll und großartig alles ist. Und auf einmal fühle ich mich klein, bin ich in dem Gefühl der Unzufriedenheit. Der Fokus geht auf die Dinge, die vielleicht noch nicht so sind, wie ich es mir erträume.


Ich kann mich bewusst entscheiden für die Dankbarkeit.


Es beginnt ein automatisiertes Programm in meinem Inneren, das mich immer tiefer in die Unzufriedenheit oder in Ängste hineintreibt. Wenn ich Glück habe, wird es mir sehr frühzeitig bewusst und ich kann das Programm stoppen. Ich sage mir dann tatsächlich innerlich „stoppe das Programm“. Und ich richte mich ganz bewusst neu aus. Schaue mir an, was gerade passiert ist. Hierbei ist es mir immer wieder sehr hilfreich, mich kurz zurückzuziehen und einfach ganz bewusst zu atmen. Ich lasse den Atem immer weicher werden und lasse vor meinem inneren Auge die Situation auftauchen, die mich gerade aus meiner inneren Ruhe gebracht hat. Schaue es mir einfach an und atme weich. So vieles löst sich dann von ganz alleine auf. Mein Widerstand schwindet und ich kann wieder annehmen, was ist. Kann mich wieder öffnen für die Dankbarkeit. Mit jedem Atemzug darf sich dann dieses Gefühl der Dankbarkeit ausweiten, darf intensiver werden.



Schreib es auf.

An Tagen, an denen ich es erst sehr spät bemerke, was passiert, kann es sein, dass mein Widerstand gegen das, was ist, bereits so groß ist, dass ich vor lauter Ärger oder Unzufriedenheit nicht in die Ruhe und in das weiche Atem komme. In solchen Momenten nehme ich mir ein Blatt Papier und einen Stift und beginne aufzuschreiben, für was ich dankbar bin. Mindestens 10 Punkte müssen aufs Papier. Wenn die dort stehen, bleibt kein Raum mehr für den Unmut, den ich vorher noch wahrgenommen habe. Probiere es einmal aus und lass mich wissen, wie es dir damit ergeht.



Wir können immer nur ein Gefühl fühlen. Entweder Dankbarkeit oder Unzufriedenheit. 
Du kannst frei wählen. 



Was hältst du davon, den Tag mit dem Gefühl der Dankbarkeit zu beginnen? 

Wenn du magst, lege dir ein Heft oder besser noch ein schön verziertes Büchlein zu, in das du jeden Morgen einträgst, für was du genau in diesem Augenblick Dankbarkeit empfindest. Mindestens drei Dinge schreibe hinein. Es können jeden Tag die gleichen Dinge sein. Oder immer wieder etwas Neues. So, wie du es gerade empfindest, so ist es genau richtig. Du wirst dich wundern, wie lang diese Liste wird, wenn du erst einmal begonnen hast, dieses Gefühl der Dankbarkeit wahrzunehmen und darauf zu achten, wann du es empfindest. 

Vielleicht wirst du zu Beginn noch von deinem Verstand geleitet, aber du wirst bestimmt sehr schnell dazu übergehen, dich von deinem Herz führen zu lassen.


Versuche, diese Dankbarkeit wirklich zu fühlen, in deinem Herzen wahrzunehmen. Spüre sie. Lass dich in dieses Gefühl hineinsinken. Und lass es immer intensiver werden. Lass es richtig groß und stark werden. Du wirst dieses wunderbare Gefühl ausstrahlen und dein Tag hat einen Anfang, der ausgerichtet ist auf positive Ereignisse. Es wird ein erfolgreicher Tag für dich werden. Du wirst stressige Situationen viel leichter bewältigen können. Positive Gedanken werden dominieren.


Die Übung mit dem Dankbarkeitstagebuch wird interessanterweise sogar bei Wikepedia erwähnt



Wikepedia sagt zum Schlagwort Dankbarkeit:

Der Zusammenhang mit dem Wohlbefinden

Ein großer Teil neuerer Arbeiten zeigt, dass Menschen, die dankbarer sind, sich subjektiv besser fühlen. Dankbare Menschen sind glücklicher, weniger depressiv, weniger unter Stress und zufriedener mit ihrem Leben und ihren sozialen Beziehungen. [19][22][23] Dankbare Menschen haben auch ihre Umgebung, ihr persönliches Wachstum, ihren Lebenssinn und ihr Selbstwertgefühl besser unter Kontrolle.[24] Dankbare Menschen haben mehr positive Möglichkeiten mit den Schwierigkeiten in ihrem Leben umzugehen, bitten andere Menschen wahrscheinlicher um Unterstützung, wachsen anhand dieser Erfahrung und verwenden mehr Zeit, um zu planen, wie sie mit dem Problem umgehen sollen.[25] Dankbare Menschen haben auch weniger negative Bewältigungsstrategien, versuchen weniger leicht, das Problem zu vermeiden oder wegzudefinieren, sie suchen die Schuld weniger bei sich selbst oder bewältigen das Problem weniger durch Drogengebrauch.[25] Dankbare Menschen schlafen besser, vermutlich weil sie weniger negative, mehr positive Gedanken vor dem Einschlafen haben.[26]


Dankbarkeit hat offenbar eine der stärksten Beziehungen zur psychischen Gesundheit von allen Charakterzügen. Zahlreiche Studien legen nahe, dass dankbare Menschen meist glücklicher und weniger gestresst oder deprimiert sind.[27][28] In einer Dankbarkeitsstudie wurde den Teilnehmern per Zufall eine von sechs therapeutischen Interventionsmöglichkeiten zugeteilt, die die allgemeine Lebensqualität heben sollten (Seligman et. al., 2005).[29] Man fand, dass von diesen Möglichkeiten der größte Kurzzeiteffekt durch einen „Dankbarkeitsbesuch“ bewirkt wurde, wo die Teilnehmer irgendeinem Menschen aus ihrem Lebensbereich einen Dankesbrief schrieben und überbrachten. Diese Intervention ergab eine zehnprozentige Erhöhung der Glücklichkeitspunkte und eine signifikante Verringerung der Depressionspunkte, und diese Veränderungen hielten bis zu einen Monat nach dem Besuch an. Der größte Langzeiteffekt von diesen sechs Möglichkeiten wurde durch das Schreiben von „Dankbarkeitstagebüchern“ bewirkt, zu denen die Teilnehmer gebeten wurden, jeden Tag drei Dinge aufzuschreiben, für die sie dankbar waren. Die Glücklichkeitspunkte dieser Teilnehmer wurden mehr und stiegen weiter an, während sie periodisch nach dem Experiment getestet wurden. Die größten Erfolge stellten sich gewöhnlich sogar etwa sechs Monate nach dem Beginn der Untersuchung ein. Diese Übung war so erfolgreich, dass viele Teilnehmer - obwohl nur gebeten, das Tagebuch eine Woche lang zu führen - das Tagebuch noch lange weiterführten, als die Studie zu Ende war. Ähnliche Ergebnisse fanden auch Emmons und McCullough (2003).[10] and Lyubomirsky et. al. (2005).[28]


Obwohl viele Gefühle und Persönlichkeitsmerkmale wesentlich sind für das Wohlbefinden, zeigt es sich, dass Dankbarkeit vermutlich ganz besonders wichtig ist. Erstens zeigte eine Längsstudie, dass dankbarere Menschen mit dem Wechsel in einen neuen Lebensabschnitt besser zurechtkamen. Konkret: Menschen, die vor dem Wechsel dankbarer waren, waren drei Monate später weniger gestresst, weniger niedergeschlagen und zufriedener mit ihren Beziehungen.[30] Zweitens haben zwei neuere Studien gezeigt, dass Dankbarkeit eine einzigartige Beziehung zum Wohlbefinden haben kann, und dass sie Aspekte des Wohlbefindens erklären kann, die andere Persönlichkeitsmerkmale nicht erklären können.[24] Weiterlesen